Highflyer

Überflieger und Störenfried
hochbegabt, na und?

 

Häufig gestellte Fragen

F: Was ist Hochbegabung?
A: Hochbegabung bezeichnet im Allgemeinen eine umfassende, weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Begabung eines Menschen. Dies können sprachliche, naturwissenschaftliche, technische, musische , aber auch alltagspraktische und soziale Fähigkeiten sein. Sie wird durch verschiedene Modelle unterschiedlich definiert. Etwas 2 von hundert Menschen gelten als intellektuell hochbegabt und haben einen Intelligenzquotienten von 130 und mehr Punkten. Unter Intelligenz versteht man im allgemeinen die Fähigkeit, zum Erkennen von Zusammenhängen, Probleme zu lösen und dieses auf neue Aufgabenstellungen übertragen zu können. Die von der Bevölkerung bei Intelligenztests erreichten Intelligenzquotienten, die als Maß für die Intelligenz dienen, verändern sich jedoch im Laufe der Zeit. Dadurch müssen die Intelligenztests immer wieder neu angepasst werden, um die Normalver-teilung und den Mittelwert, der mit einem IQ von 100 definiert ist, zu halten.


F: Woran erkenne ich, ob mein Kind hochbegabt ist oder nicht?
A: Diese Frage ist wohl die erste und wichtigste Frage, wenn es um dieses Thema geht. Allerdings stellt sie sich nicht, wenn ein Kind bereits mit 3 oder  4 Jahren eigenständig das Lesen erlernt hat, oder andere Dinge tut, bei denen es offensichtlich seinen Altersgenossen um einige Jahre voraus ist. Nur ist das Erkennen leider nicht immer so einfach. Nicht selten wird eine Hochbegabung erst entdeckt, weil unangepasste Verhaltensweisen das Hinzuziehen eines Psychologen nötig macht und erst bei der Ursachenklärung die Hochbegabung erkannt wird. Wenn man das Gefühl hat ein Kind könnte hochbegabt sein, ist es ganz wichtig dies frühzeitig feststellen zu lassen, um  Unterforderungssituationen zu vermeiden, zum Beispiel durch eine frühere Beschulung. Hauptaugenmerk bei der Erkennung von Hochbegabung ist eine frühe, deutlich ausgeprägte Sprache und ein auffallend großer Wortschatz, frühes selbsterlerntes Lesen und Rechnen. Genauere Informationen dazu erhalten Sie im Internet unter www.hochbegabungs-links.de Dort finden Sie viele Informationsquellen zum Thema, sowie Elterngruppen und Vereine.


F: Hochbegabt oder ADHS oder beides?
A: Die Reaktion eines besonders begabten Kindes auf das Erleben der Diskrepanz zwischen dem was gefordert wird und dem was es leisten könnte kann den Verhaltensausprägungen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung sehr ähnlich sein. Es ist sehr wichtig, diese Frage von einem Psychologen abklären zu lassen.


F: Sollen wir unser Kind eine Klasse überspringen lassen, wenn es sich langweilt?
A: Nicht jedes Kind ist hochbegabt nur weil es sich im Unterricht langweilt. Wenn abgeklärt ist, dass die Langeweile aus einer Hochbegabung resultiert und wenn die Langeweile zum Problem wird, dann sollte man darüber nachdenken. Aber nur in Abstimmung mit dem Klassenleiter und natürlich auch nur, wenn das Kind dies auch will und gewährleistet ist, das dem Kind jede Unterstützung zu Teil wird, die es für das erfolgreiche Überspringen braucht, denn nichts ist schlimmer als hier zu versagen. Aus meiner Sicht ist eine psychologische Beratung angeraten.


F: Welche Klasse eignet sich am besten zum Überspringen?
A: Auch hierfür gibt es keinen goldenen Weg. Da sich die Erkenntnis vielleicht auch nicht vor der Einschulung eingestellt hat. Ich persönlich glaube, dass das Überspringen der 2. Klasse die wenigsten Probleme mit sich bringt, vorausgesetzt das Kind ist emotional so gestärkt, dass es eine derartige Veränderung verkraftet.  


F: Warum ist es so schwer zu erkennen, wenn ein Kind hochbegabt ist?
A: Dafür bedarf es genauer hinzuschauen. Leider bleibt in unserer Gesellschaft wenig Zeit. Wenn das Kind zu lange übersehen wird entwickelt es vielleicht auch ein Verhalten, was als nicht normal angesehen wird. Das hängt auch mit unserer Vorstellung von Hochbegabung zusammen. Von einem hochbegabten Kind erwartet man automatisch auch Vernunft. Jemand der soviel Grips hat, muss doch wissen wie man sich benimmt. Eltern haben oft keinen Vergleich.


F: Es ist doch komisch, dass Lehrer immer merken, wenn ein Kind Probleme mit der Bewältigung des Unterrichtsstoffes hat nicht aber, wenn Kinder Probleme damit haben nicht entsprechend beschäftigt oder gefordert zu werden, wenn sie mehr können als andere. Gilt der Anspruch auf Förderung nicht für beide Gruppen? Warum bedarf es noch immer eines Psychologen um Hochbegabung abzuklären?
A: Leider ist dieses Thema nicht sehr populär. Wir sind noch weit davon entfernt, dass der Lehrer einen Hochbegabten zweifelsfrei erkennt. Auch bedeutet das Erkennen sich mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es billigend in Kauf genommen wird, wenn das Kind sich langweilt, Hauptsache es stört den gewohnten Unterrichtsablauf nicht, solange es ruhig vor sich hin spielt und niemanden dabei stört ist leider für die meisten Lehrer die Welt in Ordnung. 


F: Mein Kind fühlt sich von seiner Lehrerin ungerecht behandelt. Er hat den Eindruck, dass die Erwartung an ihn aufgrund seiner Begabung höher ist, als die an die Mitschüler, dabei ist er doch noch 1 - 2 Jahre jünger. Wie kann ich ihm helfen?
A: Sprechen Sie mit der Lehrerin. Versuchen Sie herauszufinden, welches Verhalten ihres Sohnes die Lehrerin dazu veranlasst sich so zu verhalten. Fragen Sie die Lehrerin wie Sie helfen können die Situation zu verbessern.