Wenn hochbegabte Kinder nicht gefordert werden
Es gibt zwei Dinge, die sich immer noch mächtig beißen, das sind Hochbega-bung und das deutsche Schulsystem. Wie erkennen wir hochbegabte Kinder? Wie werden wir ihren Ansprüchen gerecht? Nur selten erkennt ein Lehrer, wenn ein Kind besonders befähigt ist. Vielmehr ist es so, dass ein Kind auf-grund von Auffälligkeiten zumeist negativen, die Aufmerksamkeit des Lehrers und seiner Umwelt auf sich zieht. Erst der Gang zum Psychologen bringt hoffentlich die Erkenntnis, dass es sich vielleicht doch nicht um eine gestörte Persönlichkeit, sondern um ein unterfordertes Kind handelt, das aufgrund der permanenten Wiederholung, der Tristesse des Unterrichts und des permanent sich anpassen müssen, längst abgeschaltet hat. Vielleicht beginnt die Odyssee schon im Kindergarten. Das Kind ist dann meist für sich, nicht an gemeinsamen Aktivitäten interessiert und schon gar nicht, wenn es dabei nicht die erste Geige spielen kann. Es fügt sich nicht ein. Ist nicht am Stuhlkreis interessiert und demonstriert dabei seine Lustlosigkeit. Hat das Kind Glück, dann findet es einen Erzieher (danke Lydia), der sich trotzdem um es bemüht. Viel zu oft aber, wird dem Kind gezeigt, dass es mit dieser Haltung nicht dazu gehört und draußen bleiben muss (da es sich ja selbst aus dem Kreis ausgeschlossen hat.) Dass die Haltung des Kindes darin begründet liegt, dass es vielleicht schon eigenständiger als seine Kameraden entscheiden möchte was es tut, dafür ist in unserer Gesellschaft kein Platz. Die Kinder sollen funktionieren. Sie müssen lernen sich in die Gesellschaft einzufügen. Jeder, der nicht so funktioniert ist anstrengend und unbequem. Mit dieser Webseite wollen wir betroffenen Eltern die Möglichkeit des Austausches geben. Wir suchen Verbündete für gemeinsame Aktivitäten und den Erfahrungsaustausch. Wir suchen Kinder, die Spaß haben ihre Freizeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. Wir suchen Menschen bei denen wir uns nicht dauernd für das Verhalten unserer Kinder entschuldigen müssen, denn Hochbegabung ist für viele noch immer ein Thema über das man nicht mit jedem spricht. Die Kommunikation über Hochbegabung hat immer ein wenig den Beigeschmack der Überheblichkeit. Uns, noch zu Bescheidenheit Erzogenen, fällt es nicht immer so leicht unbefangen darüber zu reden. Tun wir es trotzdem ernten wir nicht selten einen mitleidigen Blick, der sagt "Nimm dich bloß nicht so wichtig." Nur mit dem Unterschied, dass wir nicht uns wichtig nehmen, sondern unsere Kinder.